Mannequins

USA & UK | 1995, 1996, 2023

Der Begriff Mannequins verweist auf ein historisches Verständnis der Schaufensterpuppe, das im Laufe der Entwicklung von Konsum- und Präsentationsstrategien eine deutliche Verschiebung erfahren hat. Was einst als funktionaler Kleiderträger diente, ist längst zu einem eigenständigen ästhetischen Objekt geworden.

Die Serie verhandelt die Grenze zwischen Belebtem und Unbelebtem und macht sichtbar, wie sehr visuelle Strategien des Konsums mit menschlicher Wahrnehmung und Projektion spielen.

Auf einer seinen Reisen in die USA richtet Martin Lutz den Blick auf diese Form der Inszenierung entlang der Fifth Avenue. In stark kontrastierten Aufnahmen erscheinen die Figuren wie in einem kontrollierten Studio-Setting. Die fotografische Präzision erzeugt eine Irritation, die in den Bereich des Uncanny Valley führt: Die vermeintliche Lebendigkeit der Körper kippt bei näherer Betrachtung in ihre künstliche Starre.